Die Gründung unserer Wehr

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Pöstlingberg beginnt eigentlich am 20. Juni 1895, jenem Tag, an dem das Lusseranwesen, im Besitz von Michael Danninger, ein Raub der Flammen wird. Daraufhin beschließen einige Männer und Frauen vom Pöstlingberg, eine Feuerspritze anzuschaffen. Dieses Komitee, allen voran Bürgermeister Johann Schöfdoppler und Kooperator Franz Peer, erließ folgenden Aufruf:

 

"Das unterzeichnete Komitee hat sich die Aufgabe gestellt, die zur Anschaffung einer Feuerspritze für Pöstlingberg und Umgebung nötige Geldmittel durch Sammlung freiwilliger Beträge zu Stand zu bringen"


"Es braucht nicht erst hervor gehoben zu werden, was eine solche Spritze im Falle eines Brandes bei kundiger Handhabung zu leisten im Stande sei. Mit Durchführung obigen Planes wird einem langen und schwer gefühlten Bedürfnisse abgeholfen, und endlich der Vorwurf aus der Welt geschaffen, dass wir nicht schon längst in Besitze einer solchen Spritze sind"

 

Der Verfasser dieser Zeilen, Kooperator Franz Peer, bittet alle Pöstlingberger, an diesem "hochwichtigen Werke" mitzuhelfen.

Die begehrte Feuerspritze (eine Handdruckpumpe) wurde schließlich bei der Firma Rosenbauer angekauft und musste ihre Bewährungsprobe schon am 30. August 1895 beim Brand des Langmantelgutes ablegen.

Indessen begnügte man sich nicht nur mit der Anschaffung einer Feuerspritze, man ging auch gleich daran, eine Feuerwehr zu gründen - und so wurde der 10. NOVEMBER 1895 der Geburtstag der FF Pöstlingberg.

Gründungsmitglieder
Gründungsmitglieder

Als Mitglieder hatten sich 24 Personen freiwillig gemeldet, und die Pferdebesitzer der Umgebung erklärten sich bereit, den Vorspann zu leisten. Als Zeughaus diente ein Abstellraum der damaligen TEG (Tramway- und Elektrizitätsgesellschaft). Als am 7. Juni des Jahres 1899 die Ortschaft Ottensheim ein Raub der Flammen wurde, hatte die junge Feuerwehr ihren ersten Großeinsatz zu bestehen.

 

 

Die Zwischenkriegszeit

Am 17. Mai 1919, im Jahr der Eingemeindung zu Linz, gab es erneut einen Großbrand zu bekämpfen. Auf Seite 4 der Oö. Tagespost (der Vorgängerin der Oö. Nachrichten) war folgender Bericht zu lesen:

 

"Die Wallfahrtskirche am Pöstlingberg in Brand geraten Die schöne Kirche, die jährlich von hunderten Wallfahrern besucht war, ist Samstag Abend von einem Brande heimgesucht worden. Ein Blitzstrahl, der aus den Lüften fuhr, hat das Unheil heraufbeschworen und die Kirche in Brand gesetzt. Die Feuerwehr von Pöstlingberg trat unter der Leitung ihres Wehrführers Ganser sogleich in Tätigkeit und suchte dem Brande über das linke Querschiff, also von der Südseite her, den Weg abzuschneiden"

 

"Aber umsonst, obwohl ihre Spritze, welche das Wasser von dem Hydranten nächst dem Bergbahnhotel bezog, es trotz der beträchtlichen Steigung, bis auf das Dach des Mittelschiffes drückte. Die Feuerwehren von Lichtenberg und Urfahr übernahmen den Schutz der Nachbarhäuser. Es ist zu staunen, dass dies glückte, da ein heftiger Funkenflug, durch den Nordwestwind angefacht, sich über den ganzen Berg ergoss. Der Funkenflug war so arg, dass Leute, die zur Station der Bergbahn gelangen wollten, diese nur auf Unwegen erreichen konnten"

Linker Kirchturm, 1919
Linker Kirchturm, 1919

Die Wehren mussten sich darauf beschränken, den Pfarrhof zu retten und gleichzeitig zu versuchen, die Türme vor Zerstörung zu bewahren, was zum Teil auch gelang.
Das Dachfeuer ergriff die bis zum Kupferhelm des linkseitigen Turmes reichende Holzverschalungund steckt diese in Brand.


Das Feuer griff in das Innere des Turmes über und brannte ihn aus. Die darin befindliche einzige Glocke der Kirche schmolz und stürzte herab. Auch das Kirchendach brannte völlig ab.
Von der Stadt waren trotz des Regensgusses hunderte zu Fuß des Pöstlingberg zugewandert und Hunderte eilten zur Bergstation, um auf den Berg befördert zu werden.

 

Das flammende Wahrzeichen der Landeshauptstadt Linz und Urfahr, das schaurig schön ins Dunkel der Nacht weit hinaus leuchtete, hatte in jenen Straßen der Stadt, von wo aus der Brand gesehen werden konnte, insbesonders von der Donaulände und Franz Josefplatz, Scharen von Schaulustigen hervorgelockt. Erst gegen Mitternacht konnte der Brand lokalisiert werden.

Auch der Linzer Bürgermeister erschien am Brandplatz und überzeugte sich persönlich vom Stand der Löscharbeiten.

 

 

Im Jahr darauf, 1920, wurde bereits das 25jährige Bestehen der Wehr gefeiert. Eine eigens angefertigte Tafel erinnert noch heute an die damaligen Kommandomitglieder. Kommandant war seit 1903 Franz Ganser. Er sollte dieses Amt 25 Jahre innehaben.

Erste Morotspritze
Erste Morotspritze

Ein in der Zwischenkriegszeit bedeutsames Jahr war 1924, als die erste Motorspritze, Marke "Florian", in den Dienst der Feuerwehr gestellt wurde. Hersteller der "Florian" war die Firma Rosenbauer. Die Einweihung nahm damals der hochwürdige Stadtpfarrer Georg Herndler vor, der drei Jahre später zum "Ehrenmitgliede" ernannt wurde. Als Weihpatinnen traten Frau Theresia Werber, Frau Maria Radler, Frau Kriechmayr und Frau Theresia Aumaier auf.

 

1928 übernahm Rudolf Pammer als Kommandant die Geschicke der Feuerwehr. Zehn Jahre später, im Jahre 1938, wurde die FF Pöstlingberg der Linzer Feuerschutzpolizei zugeordnet.

 

Die Kriegszeit

Zur Zeit Hitlerdeutschlands erhielt die Feuerwehr ein Mercedes Löschfahrzeug. Damals wurde auch eine HJ- Feuerwehr gegründet, die 14- bis 16 jährige Burschen für den Dienst bei der Feuerwehr ausbildete.

 

In den letzten Kriegsjahren bestand die Wehr aus zwei Gruppen zu je neun Mann, die rund um die Uhr im Turm der Pöstlingbergbahn ihren Dienst versahen. Auch im Kirchturm wurde ein Luftposten von der Feuerwehr gestellt, um der am Pöstlingberg stationierten Flak feindliche Flugzeuge zu melden.

 

Nach den verheerenden Luftangriffen musste die Feuerwehr auch nach Linz ausrücken, um der Bevölkerung zur Seite zu stehen. Die Suche nach zwanzig verschütteten, die nur noch tot aus dem zerbombten Schloss Hagen geborgen werden konnten, stellt einen traurigen Höhepunkt in der damaligen Einsatztätigkeit dar.

 

Jüngere Geschichte

Eingestürtzter Nordturm
Eingestürtzter Nordturm

Den wohl bedeutsamsten Brand jüngerer Zeit hielt der 31. Mai 1963 für die Einsatzkräfte bereit. Bei den letzten Arbeiten an der renovierten Pöstlingberg-Basilika brach, verursacht durch Spenglerarbeiten, gegen 13 Uhr ein Brand aus. Den Feuerwehrmännern gelang es, den Südturm zu retten, den Nordturm, in dem das Feuer ausgebrochen war, und das Kirchenschiff wurde ein Raub der Flammen. 

 

Vollbrand Kirchenschiff
Vollbrand Kirchenschiff

Gemeinsam mit den Männern der Berufsfeuerwehr Linz unter der Leitung von Franz Czeika glückte das kühne Vorhaben, den Nordturm zwischen Kirche und Nachbarhäusern einstürzen zu lassen und so weiter Zerstörungen zu verhindern. Landeshauptmann Dr. Heinrich Gleissner er dankte persönlich den Männern für ihren beispielhaften Einsatz.

   

Nachdem das 1959 errichtete Zeughaus den Anforderungen nicht mehr gewachsen war und zu klein war, begann man 1980 mit der Errichtung eines Zubaus. In 300 unentgeltlichen Arbeitsstunden der Feuerwehrleute und mit Hilfe einer finanziellen Unterstützung der Stadt Linz in Höhe von 2,5 Millionen Schilling entstanden zwei Fahrzeugboxen, ein Funk- und Kommandoraum, ein Schulungsraum sowie ein Bereitschaftsraum.

Neues Feuerwehrhaus 1984
Neues Feuerwehrhaus 1984

Im Jahr 1984 übergab Branddirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Kaplan ein Tanklöschfahrzeug 4000, womit ein weiterer Schritt zur Modernisierung der Feuerwehr gesetzt war.

 

1985 wurde ein MTF  VW-Bus in den Dienst gestellt, das 1993 durch ein neues ersetzt wurde. Bereits zu dieser Zeit war somit das nur drei Jahre "alte" Zeughaus zu klein für die Fahrzeuge der Wehr, da das Zeughaus mit nur zwei Boxen ausgestattet war.

 

Die Tatsache, dass der Pöstlingberg aufgrund seiner geographischen Lage von der Linzer Berufsfeuerwehr sowie allen benachbarten Feuerwehren nur nach langer Anfahrt bzw. im Winter oft unter sehr schwierigen Bedingungen zu erreichen ist, machte es notwendig, in unser LFB eine hydraulische Bergeausrüstung einzubauen, um auch bei Verkehrsunfällen schnell und wirksam helfen zu können.

 

Letztlich ist es auch diese exponierte Lage, die die Feuerwehr am Pöstlingberg zu einem wichtigen Standbein des Linzer Feuerwehrwesens macht, und so wird es weiterhin an den Männern der Feuerwehr Pöstlingberg liegen, erst- bzw. lebensrettende Maßnahmen zum Schutz der Linzer Bevölkerung und der Bewohner angrenzender Gemeinden zu treffen.

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